Ludwig-Baumann-
Fest 2026
Samstag 8. August 2026
15-22 Uhr
Deserteursdenkmal
(Dammtor)
Klare Kante gegen
»Red Storm Charlie«
- Nein zu Militarismus und Aufrüstung!
Rückblick
auf das Ludwig-Baumann-Fest 2025
2. August 2025 am Deserteursdenkmal Hamburg
Günter Knebel von der "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz". Der Verein gehörte zu den Sponsoren des Festes.
Foto Berking
Günter Knebel aus Bremen. Er vertrat mit seiner Ansprache die "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz".
Foto nko
Das Aprilwetter im August forderte von den Organisatoren viel Umsicht. Zwei oder drei Pavillons reichten nicht aus. Ohne die Logistik von Carsten Orth (Comm e. V.) und der Studierenden der Uni Hamburg wäre das Fest ins Wasser gefallen.
Foto nko
Prof. Detlef Garbe, pensionierter Leiter der Gedenkstätte Neuengamme (heute Stiftung Hamburger Gedenkstätten), verdeutlichte, wie lange der Kampf um einen Erinnerungsort für Deserteure in Hamburg währte und wie heftig die Widerstände dagegen waren.
Foto nko
Der Kunsthistoriker Alexey Markin aus Moskau sprach über seine Gedanken, die ihn beim Anblick des Deserteursdenkmals bewegten. Solche Stätten seien, von Ausnahmen abgesehen, einmalig in Europa.
Foto nko
In diesem Jahr war beim Ludwig-Baumann-Fest vor allem Biss und Satire gegen die "Kriegsertüchtigung" angesagt. Das 6 Meter breite Banner am Kriegsklotz veranschaulichte das trefflich.
Foto nko
Hans-Joachim Klier stellte seine Ideen zur würdigen Umgestaltung des Gedenkorts am Höltigbaum vor. Dort waren noch im April 1945 viele Wehrmachtsdeserteure und "Kriegsverräter" erschossen worden.
Foto nko
Im Hintergrund Volker Langs Deserteursdenkmal am Dammtordamm, das im November 2015 der Öffentlichkeit übergeben wurde.
Foto nko
In der Hamburger Friedensbewegung ein bekanntes Gesicht: Der Aktivist Pitt Möller, der sich seit Jahrzehnten für den Frieden engagiert.
Foto nko
Viel Zuspruch und Heiterkeit bei den Songs der "Vier Eichhörnchen" und dem Seifenlied.
Foto Berking
Der Filmemachter Michael Enger, der bereits in den 1980er und 1990er Jahren Filme über Wehrdienstverweigerer drehte. Er zeigte im Kinozelt seinen Dokumentarfilm "Der unbequeme Weg" (1991).
Foto nko
Im Kinozelt: In Bildmitte Heiko Streck, einst verfolgter Wehrdienstverweigerer, bei der Aufführung von Michael Engers Film "Ein unbequemer Weg" (1991), worin auch Heiko Strecks Fall dargestellt wurde. Links seine Lebensgefährtin, rechts Michael Enger.
Foto nko
Das Team "Wirklicher Ausschuss", das im gleichnamigen Stück den "Ausschuss für die wirkliche Hebung der Verteidigungsbereitschaft" aus der Taufe hob. Satire und Sarkasmus pur. Am Ende konnte jede(r), wer wollte, Mitglied im "Wirklichen Ausschuss" werden. Bildautorin unbekannt
Der "Wirkliche Ausschuss" bemüht sich um eine würdige Stellung in Natur und Gesellschaft. Foto Berking
War das "Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe" vielleicht der Hauptsponsor des Festes?
Foto nko
Jusos schilderten ihre friedenspolitische Aktion (mit Pickelhauben) beim letzten SPD-Parteitag, die bei vielen Sozialdemokrat*innen Anklang fand.
Foto nko
Er riss uns vom Hocker: Musiker Denis Wißmann mit Antikriegssongs zur elektronischen Musik vom Feindsten!
Foto nko
Der Langenhorner Künstler Meinhard Raschke (Mitte) erläutert seine engagierte Kunst anhand eines Ölbildes, das er 1971 geschaffen hatte.
Foto nko
Die Initiative "Sedanstraße umbenennen" bei der szenischen Lesung "Feind überall?"
die sich seit Jahren darum bemüht, die Sedanstraße im Grindelviertel nach Ludwig Baumann umzubenennen.
Foto Berking
Lene Greve bei der Aufführung des satirischen Stücks "Feinde überall". Das Team (neben Lene noch Tobias Berking und Sören Horn) brillierte auch schauspielerisch. Große Klasse!
Foto nko
Beiträge zum Ludwig-Baumann-Fest 2025
Redebeitrag von Günter Knebel, Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz (Sitz: Bremen)
Dokumentarfilm "Der unbequeme Weg" (1991, Dauer 1 Std.) von Michael Enger (rechts im Bild)
Marx Sisters & Brothers: Tucholsky-Programm & more.
Hier ein Ausschnitt aus dem Seifenlied (1928)
Auf ein ernstes Wort
"Kriegsverrat ist Friedens-Tat"
(Ludwig Baumann)
Das Ludwig-Baumann-Fest (LBF) steht in der Tradition der antimilitaristischen Feste, die seit dem Jahr 2010 in Hamburgs Innenstadt dem Andenken an die Wehrmachtsdeserteure und "Kriegsverräter" gewidmet sind, die bis April 1945 am Schießplatz Höltigbaum sowie im Innenhof des Untersuchungsgefängnisses Holstenglacis hingerichtet worden sind.
Bis zur Übergabe des Deserteursdenkmals im Herbst 2015 wurde das Fest, seinerzeit "Klotzfest" genannt, vom "Bündnis Hamburger Deserteursdenkmal" ausgerichtet. Wenn auch die Namen der Veranstalter seither wechselten, das Orgteam blieb dem Fest bis heute treu. Wir widmen das Fest dem bekannten Friedensaktivisten Ludwig Baumann, der unser Anliegen bis zu seinem Tod 2018 unterstützt und unsere Aktionen häufig begleitet hat.
Ludwig Baumann kam 1921 in der Bundesstraße in Hamburg zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg als Marinesoldat im besetzten Frankreich im Einsatz, desertierte er, wurde gefasst und 1942 zum Tode verurteilt. Nach einer Strafmilderung zu 12 Jahren Zuchthaus überlebte er den Krieg in Konzentrationslagern, Wehrmachtsgefängnissen und Strafeinheiten.
Nach dem Krieg war Ludwig Baumann als "Vaterlandsverräter" geächtet. Er ließ sich mit seiner Familie in Bremen nieder, wo er bis zu seinem Tode lebte. Mit dem Erstarken der westdeutschen Friedensbewegung begann er sich zu engagieren, bis er 1990 zusammen mit anderen überlebenden Wehrmachtsdeserteuren, mit Freunden und Historikern die "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz" gründete, die noch heute in Bremen ihren Sitz hat. Ludwig Baumanns Verein setzte sich erfolgreich mit parlamentarischen Initiativen für die Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure ein. Auch war er maßgeblicher Zeitzeuge im Entstehungsprozess des Hamburger Deserteursdenkmals und erlebte noch die Übergabe dieses Gedenksorts im November 2015 aktiv mit. Am 5. Juli 2018 starb er in Bremen.
Das Ludwig-Baumann-Fest ist wie alle Friedensfeste zuvor auch heute eine antimilitaristische Veranstaltung, die am Deserteursdenkmal stattfindet. Das Fest unterstützt die Hamburger Initiative "Sedanstraße umbenennen!", die sich seit 2020 um eine Umbenenneung der Sedanstraße nach Ludwig Baumann bemüht.
Finanziell unterstützt wird das Fest von folgenden Einrichtungen und Vereinen: Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg, Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz (Bremen), Solidarfonds der Partei Die Linke Hamburg, Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK Hamburg und Kulturbehörde Hamburg. Die Logistik stellen der Verein Comm e. V. sowie Studierende der Universität Hamburg bereit.
Ein Denkmal für
Ludwig Baumann
Wir meinen, gerade jetzt, da wir tagtäglich Nachrichten über zwei schlimme Kriege hören müssen, ist es an der Zeit, an den Friedenskämpfer Ludwig Baumann (1921-2018) zu erinnern. Zum einen tun wir das mit unserem Ludwig-Baumann-Fest, das bereits zum dritten Mal am Dammtor stattfindet. Zum anderen sammeln wir Spenden, um mit einem Denkmal dauerhaft an den Wehrmachtsdeserteur und Friedenskämpfer zu erinnern. Jahrzehnte seines Lebens kämpfte Ludwig Baumann für die Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz. Auch war er als Zeitzeuge maßgeblich an der Errichtung des Hamburger Deserteursdenkmal beteiligt. Die Hamburger Bezirksversammlung Wandsbek hat beschlossen, im Neubaugebiet Jenfelder Au, einem ehemaligen Kasernenareal, einen Park nach ihm zu benennen. Damit ehrt Wandsbek einen mutigen Menschen, der sich in beispielhafter Weise gegen die Kriege des nationalsozialistischen Deutschlands stellte und bis zu seinem Tode für eine friedliche und gerechte Weltordnung engagierte.
Das Denkmal soll am Rande des Ludwig-Baumann-Parks stehen. Die von Ulrich Rölfing (Bronzekopf) und Ricarda Wyrwol (Steinsäule) gestaltete Skulptur (Höhe: ca. 1,70 Meter) soll an die Person und das Lebenswerk des Wehrmachtsdeserteurs Ludwig Baumann erinnern.
Unser Team
arbeitet rastlos an einer nimmermüden Kriegsertüchtigung - ganzheitlich, zweckmäßig und (wie unser Bild zeigt) vor allem nachhaltig. Mehr dazu beim 4. Ludwig-Baumann-Fest am 8. August 2026 ab 16 Uhr am Deserteursdenkmal (Dammtor)